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Sergei Rachmaninow

Klavierkonzert Nr. 2, Paganini-Variationen

Yuja Wang, Mahler Chamber Orchestra, Claudio Abbado

DG/Universal 477 9308
(55 Min., 4/2010)

Es kommt selten vor, dass bei einer Einspielung von Rachmaninows Klavierkonzerten Dirigent und Orchester im Vordergrund stehen. Und doch sind es in diesem Fall Claudio Abbado und das Mahler Chamber Orchestra, denen der besondere Rang von Yuja Wangs neuer Aufnahme zu verdanken ist. Denn Divino Claudio und die Seinen machen die Paganini-Variationen zu einem brillanten Orchesterwerk mit obligater Klavierstimme: Statt im Rennen um die schnellste Interpretation mitzumachen, lässt Abbado der Musik Raum, ihre Spielfreude und ihren Witz zu entfalten. Geradezu spielerisch scheinen die leichten, präzisen Streicher und die pointierten Solobläser das Klavier immer wieder herauszufordern, es von Variation zu Variation zu locken. Wang fügt sich in dieses Dialogkonzept mit viel Spielwillen ein, schade nur, dass ihr Klavierton von der Mittellage abwärts oft stumpf, in den massiven Akkorden (7. Variation) geradezu hässlich klingt. Und die berühmte 18. Variation trimmt Wang durch übertriebene Dynamik-Kontraste so auf Effekt, dass sich prompt die ernüchternde Wirkung des Gemachten einstellt. Unter dieser Voraussetzung kann nur eine mittelmäßige Interpretation des zweiten Klavierkonzerts zustande kommen: Dort steht das Klavier so im Vordergrund, muss singen und Seele zeigen, dass der Dirigent nicht viel ausrichten kann. Selbst wenn er Abbado heißt.

Jörg Königsdorf, 21.05.2011



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