home

N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



Responsive image
Sergei Rachmaninow

Klavierkonzerte Nr. 2 und Nr. 3

Khatia Buniatishvili, Tschechische Philharmonie, Paavo Järvi

Sony 88985402412
(71 Min., 11 & 12/2016)

Ups, nun hat sie es auch noch getan. Khatia Buniatishvili ist auf den gegenwärtig wieder gewaltig ratternden Rachmaninow-Rennwagen aufgesprungen und hat nach einer Tour durch die Musiklande das 2. und 3. Klavierkonzert eingespielt. Es ist übrigens erst die zweite Orchesteraufnahme der georgischen Tastenstürmerin. Die sich ausgerechnet bei diesen gern als brodelnde Schlachtrösser aufgezäumten Monumentalwerken erstaunlich schlank und zurückhaltend virtuos gibt. Vielleicht hat sie der stets auf Durchsichtigkeit und sachliche Helle bedachte Paavo Järvi am Pult der warm klingenden Tschechischen Philharmonie dazu angehalten? Was nicht heißen soll, dass die bald 30-Jährige sich zurückhält. Sie spielt nur etwas domestizierter, lässt ihre Energie in flüssig fließende Kanäle laufen. Das gibt dieser vielgescholtenen Musik eine Zartheit und Eleganz, die man bei so manch stampfendem Notenwalross vermisst. Ähnlich wie der sicher auch bald seine globalen Konzerterfahrungen mit diesem Komponisten in ein Speichermedium gießende Daniil Trifonov spielt sie sich in einen kontrollierten Rausch der sehr subtilen Sorte. Leicht melancholisch verschattet, wie es schon das CD-Cover mit ihr in Schwarzweiß hinter einem beschlagenen Fenster andeutet. In den Ecksätzen dieser beiden beliebtesten Rachmaninow-Konzerte entfacht Khatia Buniatishvili ein verhaltenes Technikfeuer, in den aufreizend fein und tastend genommenen Adagios möchte sie als Lyrikerin mit glitzerndem Anschlag ernstgenommen werden. Was gelingt. Komisch, man hat es schon bei den souverän genommenen Dezim-Intervallen der linken Hand in den acht Glockenschlagakkorden zum Auftakt des c-Moll-Werkes gespürt.

Matthias Siehler, 11.03.2017



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Zum Warmwerden: Von Tenören, die gerne auf der Rasierklinge zwischen Kunst und Kommerz reiten, ist es ja bekannt. Das aber auch Instrumentalisten „ihr“ Weihnachtsalbum aufnehmen, hat Seltenheitswert. Zumal, wenn es auch noch so glückt wie im Fall des Harfenisten Xavier de Maistre. Der verbindet gleich mehrere Programmideen. So ist dieses Album nämlich nicht nur Begleitmusik fürs Weihnachtszimmer, sondern auch eine Verneigung vor einem großen Kollegen unter den Konzertharfenisten, […] mehr


Abo

Top