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Mozart und Afrikatrommeln: Die Top Ten der Ungeborenen (c) pixabay.com

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Babynahrung Mozart

Die Bandbreite von Vorschlägen und Projekten, mit denen man den Nachwuchs aufs musikalische Leben vorbereitet, ist riesig. Wobei die klassische musikalische Früherziehung im Normalfall bei Kindern im Alter von vier Jahren beginnt. Mittlerweile hat man aber nicht nur erforscht, wie Neugeborene auf Geräusche, Rhythmen und bestimmte Musikstücke reagieren. Längst weiß man auch, dass das Ungeborene etwa den Herzschlag der Mutter wahrnimmt. Doch was hören Föten darüber hinaus denn sonst noch so gerne? Black Sabbath oder doch lieber Bach? Beatles oder Boulez? Beethoven oder die Bläck Fööss? Das spanische Institut Marquès wollte es genauer wissen und erstellten eine Studie, deren Ergebnis man jetzt beim Weltkongress „Ultrasound in Obstetrics and Gynaecology“ in Berlin vorstellte. 300 Föten im Alter zwischen 18 und 38 Wochen wurden untersucht. Dabei schauten die Forscher, wie sie auf die Musikbeschallung mit spezifischen Bewegungen von Mund und Zunge reagierten.
Beim untersuchten Nachwuchs wurden die Reaktionen auf 15 Musikstücke aus drei verschiedenen Musikgenres untersucht: klassische Musik (Mozart, Bach, Prokofiev usw.), traditionelle Musik (Weihnachtslieder, afrikanische Trommeln, usw.) und Pop-Rock (Shakira, Queen, usw.). Das Resultat war eindeutig und für Anhänger so manches Genres wie etwa des gregorianischen Gesangs niederschmetternd. Denn während die Föten auf diese uralte Gesangskunst kaum reagierten, fanden sage und schreibe 91 Prozent an Mozarts Serenade Nr. 13 in G-Dur den größten Gefallen. Aber auch die afrikanische Trommelmusik kam sehr gut an. Um überhaupt dieses Feedback messen zu können, setzte das Institut das von ihm 2016 auf den Markt geworfene Baby-Pod ein. Es ist ein Lautsprecher, den die Mütter vaginal einführen. „Föten können nur hören, wenn der Ton direkt aus der Vagina kommt“, so Marisa López-Teijón vom Institut. „Sie können kaum den Lärm wahrnehmen, der von außen kommt“. Die zweite Versuchsreihe ist übrigens auch schon im Gange. So untersucht das in Barcelona ansässige Institut, welche Vereinshymnen von den Top-Fußball-Teams bei den Föten besonders ankommen.



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